Hand in Hand für mehr Toleranz im Land

Heilbronn (Theresienwiese) ist der Ort, an dem die Polizistin Kiesewetter mutmaßlich Opfer der rechtsextremen Terrorgruppe NSU wurde – Heilbronn ist Schauplatz aktueller rechter Gewalt. Von dort aus wollen wir den Bogen Richtung Ludwigsburg spannen, wo der Sitz der Zentralen Stelle zur Aufklärung von NS-Verbechen ist. Die Menschenkette soll bis Bietigheim-Bissingen (Bahnhof) gehen. Dort war von 1942 bis 1945 ein Durchgangslager, von dem aus rund 200.000 Zivilisten zur Zwangsarbeit verschleppt wurden. Dort wurden 1944 KZ-Häftlinge aus Auschwitz für den Einsatz im KZ Vaihingen/Enz vorbereitet. Und von dort aus wurden noch 1945 Menschen in Konzentrationslager deportiert.

Durch die Wahl dieser Orte drücken wir aus, dass wir die Erinnerung an die schreckliche Vergangenheit wach halten müssen. Und dass wir in der Gegenwart Verantwortung dafür tragen, dass intolerante und rassistische Propaganda, sowie darauf basierende Vergehen und Verbrechen, in unserer Gesellschaft keinen Platz haben und von dieser nicht geduldet werden.

Das Bündnis möchte bei dieser Demonstration folgenden politischen Forderungen Ausdruck verleihen:

++Wir fordern eine umfassende, lückenlose Aufklärung der NSU-Verbrechen, die insbesondere auch aufdeckt, wie es zu all den Ermittlungspannen beim Verfassungsschutz und anderen Behörden kommen konnte. Der NSU-Untersuchungsausschuss leistet parteiübergreifend gute Arbeit – seine Ergebnisse sind allen BürgerInnen transparent zu machen.

++Wir fordern ein Verbot der NPD, da wir es nicht hinnehmen können, dass diese Organisation mit Steuergeldern finanziert wird. Öffentliche Gelder dürfen nicht für Menschenhetze missbraucht werden. Die Initiative der Landesinnenminister unterstützen wir ausdrücklich.

++Wir fordern die Gesellschaft, also jeden Einzelnen, dazu auf, rechtes Gedankengut und mancherorts schon wieder salonfähig werdende Ressentiments gegenüber anderen Kulturen und ausländischen Mitbürgern nicht unwidersprochen zu lassen und im Alltag Zivilcourage zu zeigen.

Jeder friedliebende und tolerante Demokrat/In ist zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen. Vereine und Verbände, sowie Unternehmen und Gemeinden aus nah und fern sind dazu aufgerufen sich unserer Initiative anzuschließen.

Wir können für den 06.07.2013 jede helfende Hand gebrauchen. Hände, die mit anpacken und natürlich unzählige Hände, die wir uns gegenseitig reichen wollen, um eine klare Botschaft zu senden. Helfen Sie mit, schließen Sie mit uns die Menschenkette gegen Rechts am 06.07.2013.

Bisherige Unterstützer der Initiative:

Attac (Ludwigsburg und Baden-Baden), BIG-Partei (Baden-Württemberg), Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus, Bündnis 90 / Die Grünen (Baden-Württemberg), Deutscher Gewerkschaftsbund (Bezirk Nordwürttemberg), Dialog Synagogenplatz (Ludwigsburg), Die Linke (Ludwigsburg und Heilbronn), Förderverein Zentrale Stelle, Freie Demokratische Partei Deutschlands (Kreisverband Ludwigsburg), Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (Bezirk Nordwürttemberg), Göppingen Nazifrei, IG Metall (Ludwigsburg und Heilbronn), Islamischer Dachverband Heilbronn, Heilbronn sagt Nein!, Jusos Baden-Württemberg, Katholische Arbeitnehmerbewegung (Enz-Neckar), Kuhle Wampe (Stuttgart), KZ Gedenkstätte Vaihingen, Landesverband der Gedenkstätten Baden-Württemberg, Naturfreunde (Baden-Württemberg/Deutschland), Piratenpartei (Heilbronn), Sozialdemokratische Partei Deutschlands (Baden-Württemberg), Stolpersteine (Ludwigsburg/Stuttgart), Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg e.V., Ver.di (Baden-Württemberg), VVN – Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (Baden-Württemberg), Wartesaal e.V. Besigheim